April 25

Schreiborte: Wo du schreibst, spielt eine Rolle

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Manchmal braucht man einfach einen Ortswechsel für eine neue Perspektive. Luftveränderung. Mal etwas anderes sehen. Neue Eindrücke bekommen.

Das trifft nicht nur auf Urlaub und Auszeiten zu, sondern auch aufs Schreiben. Wo du schreibst, hat einen Einfluss auf das, was du schreibst. Apropos: Wo schreibst du eigentlich? Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf verschiedene Schreiborte zu werfen.

Beim Schreiben kommt es nicht nur auf das Was und das Wie an, sondern auch auf das Wo.

Wo schreibst du und was schreibst du dort?

Ich habe mich neulich selbst dabei ertappt, wie ich mit meinem Notizbuch und einem Stift ganz selbstverständlich von meinem Schreibtisch aufgestanden und an einen anderen Tisch umgezogen bin – einfach nur, weil ich das Thema gewechselt hatte. Unterschiedliche Schreibarbeiten erledige ich an unterschiedlichen Orten. Und das war mir lange überhaupt nicht bewusst …

Ich habe meinen „Jetzt wird gearbeitet“-Schreibtisch. Hier gehe ich im Homeoffice meiner hauptberuflichen Tätigkeit nach, hier schreibe ich aber auch Blogbeiträge, Artikel und alle längeren Texte, die ich so in der Welt verteile. Das ist mein Platz für Konzentration, bei der die Luft anfängt zu knistern.

Tagebuch schreibe ich jedoch ganz woanders. Das kann ich nicht am Schreibtisch – ich habe es mehrmals versucht, aber es funktioniert nicht. Am liebsten setze ich mich dafür aufs Sofa mit Blick aus dem Fenster und einem Abstellplatz für eine Tasse Tee oder Kaffee.

Zum kreativen Denken, Ideenspinnen und den Blick für das große Ganze laufe ich wieder mit meinem Zettel und Stiften durchs Haus und setze mich an einen anderen Tisch. Ich brauche dann einen frischen, unverbrauchten Ort für frische Gedanken. Am liebsten mit Blick auf etwas Grünes: einen Baum, die Wiese, Efeu am Hang …

Ich habe das übrigens nie bewusst getrennt, das hat sich von selbst ergeben. Als es mir auffiel, dachte ich erst: „Na klar, ist ja auch logisch“, und dann: „Warum nutze ich das nicht viel strategischer?“

Finde deinen Schreibort und gestalte ihn bewusst

Du brauchst zu Hause einen Ort, der zu deiner Schreibbasis werden kann. Wie dieser Ort beschaffen sein sollte, hängt von dem ab, was du hauptsächlich schreibst und welche Faktoren dich dabei unterstützen oder ablenken.

Der Ort, an dem du konzentriert arbeiten kannst und musst, sieht anders aus als der Schreibort, an dem du deinen Gedanken nachhängst, reflektierst, Tagebuch schreibst und Erinnerungen einfängst.

Brauchst du an deinem Schreibort absolute Ruhe oder hörst du beim Schreiben Musik (etwas, das ich zum Beispiel noch nie konnte)? Muss der Schreibtisch leer sein oder schaust du lieber auf Dinge, die dich inspirieren? Magst du es so hell wie möglich oder hast du lieber gedämpftes Licht?

Vielleicht schreibst du hauptsächlich für dich, um den Kopf aufzuräumen, Gedanken zu sortieren, oder um ein bisschen kreativ zu werden. Vielleicht ist es dir dabei wichtig, dass du den Blick schweifen lassen kannst und am Fenster sitzt. Oder du brauchst unbedingt eine gemütliche Decke und deinen Lieblingssessel.

Richte den Ort bewusst ein. Achte auf bequeme Sitze, Ausblick (oder gerade nicht), Geräusche, Duft (frischer Kaffee, Raumdurft, Blumen), Vibes, Licht. Experimentiere ruhig ein bisschen.

Hast du deinen Schreibort schon gefunden? Und bietet er das, was du dort brauchst?

Frische Schreibinspiration durch Ortswechsel

Du hast deine Basisstation eingerichtet und nutzt sie oft und gern? Wunderbar, jetzt kannst du spielen.

Wenn du das Gefühl hast, festzustecken, nicht weiterzukommen, oder wenn du neue Inspiration und Perspektiven brauchst, dann suche bewusst neue Orte auf.

Mein „Jetzt wird gearbeitet“-Schreibtisch ist nicht der beste Ort, um wilde Ideen zu spinnen. Ganz automatisch verfalle ich hier in einen konzentrierten Wegarbeiten-Modus – das ist produktiv und genau das, was ich dort tun möchte. Aber fürs Um-die-Ecke-Denken oder für langfristige Ziele und verrückte Ideen ist es nicht der richtige Ort. Aber das macht gar nichts, denn für solche Dinge, gehe ich einfach woanders hin.

„Woanders“ kann einfach ein anderer Platz in deinem Zuhause sein. Manchal reicht es schon, sich von einer Seite des Esstischs auf die andere zu setzen. Du kannst den Ortswechsel aber auch noch viel weiter treiben und dir Schreibinspiration von außen holen.

Das, was dich umgibt, hat auch immer einen Einfluss auf dich, deine Gedanken und Empfindungen. Und das kannst du bewusst nutzen.

Du willst eine Landschaft beschreiben? Dann setz dich in eine. Du recherchierst und arbeitest an einem Fachtext? Geh in die Uni-Bibliothek. Du willst die Gedanken einfach fließen lassen? Stell dir den Wecker auf Morgendämmerung und beobachte beim Schreiben den Sonnenaufgang.

Manchmal braucht es nur kleine Veränderungen, um in die richtige Schreibstimmung zu kommen, gute Ideen zu finden oder in deinen Flow einzutauchen. Manchmal ist aber auch ein kompletter Ortswechsel das, was dir ganz neue Perspektiven öffnet.

Wo schreibst du am liebsten?


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