Dezember 29

Dein Wort fürs Jahr 2021

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Wie viele der guten Neujahrsvorsätze hast du in deinem Leben tatsächlich durchgezogen? Wenn ich bei mir nachzähle, sind das … nicht sehr viele. Statistisch liege ich damit voll im Trend, denn die meisten guten Vorsätze werden schon schon nach wenigen Tagen in den Wind geschossen. Und mal ehrlich, nach 2020 steht mir fürs neue Jahr der Sinn auch nicht unbedingt nach noch mehr Herausforderungen, die meine ganze Willenskraft und Entschlossenheit brauchen. Aber Mut oder Hoffnung oder ein beflügelnder Gedanke, das würde ich nehmen.

Wie wäre es also, wenn wir die guten Vorsätze überspringen und uns stattdessen von einem Wort durchs Jahr begleiten lassen?

Ein Wort ist viel besser als Listen mit Dingen, die du verändern möchtest oder solltest. Dein Wort kann zum Fixpunkt werden, den dein innerer Kompass ansteuert, es ist dein Jahresmotto, ein roter Faden, an dem du deine eigene Geschichte in den kommenden Wochen und Monaten ausrichten kannst.
Was es mit diesem Jahreswort auf sich hat und wie du es findest, darum geht es in diesem Beitrag.

So findest du dein Wort fürs Jahr

Viele suchen sich als Jahreswort einfach aus einer Liste mit gut klingenden Begriffen etwas Hübsches aus. Das kann man machen, allerdings vertut man damit eine Chance, im eigenen Leben wirklich etwas zu bewegen. Bevor du überhaupt an passende Wörter denkst, kommt ein anderer Schritt: Du brauchst eine Vision.

Am Anfang steht die Vision

Zugegeben, „Vision“ klingt ein bisschen nach Motivationschoach. Aber eigentlich steckt dahinter eine ganz kindliche Frage: Wer möchtest du mal sein, wenn du groß bist? Auch wenn du vermutlich schon groß bist …

Stell dir vor, du bist die Hauptperson in einer Geschicht, die du schreiben oder erzählen möchtest. Wie soll diese Person sein? Was macht sie aus, wie handelt oder reagiert sie? Wie ist ihr Charakter?

Ein Wort fürs Jahr suchen

Jetzt ist eine gute Zeit, um dein Tagebuch oder Notizbuch zur Hand zu nehmen und eine oder zwei Seiten lang über diese Frage nachzudenken und diese Person zu beschreiben.

Dabei geht es nicht um Äußerliches oder ein bestimmtes Verhalten, sondern um dich, deinen Charakter, dein Herz. Wer möchtest du sein – in einem Jahr, in fünf oder zehn oder am Ende deines Lebens?

Wörter sammeln

Der erste Teil war intensiv – aber wenn du dir wirklich Gedanken gemacht hast und die Antworten auf die Fragen oben aufgeschrieben hast, steht die Basis für dein Wort des Jahres bereits.

Ziehe aus deiner Beschreibung Wörter oder kurze Aussagen und schreibe sie auf eine Liste. Da können dann Dinge stehen wie „reagiert gelassen, ist freundlich, setzt Grenzen …“. Du musst dich an dieser Stelle nicht einschränken, schreib alles auf die Liste, was die Person, die du sein möchtest, auszeichnet.

Die Liste ausdünnen

Wenn du mit deiner Liste fertig bist, darfst du großzügig streichen. Lies alles noch einmal durch. Was nichts in dir zum Klingen bringt, wird gestrichen. Nach dieser Runde sollten höchstens 10 Wörter auf der Liste bleiben (oder weniger).

Jetzt ist es an der Zeit, mehr über deine Wörter herauszufinden. Nimm dir die Begriffe nacheinander vor und beschäftige dich mit ihrer Bedeutung. Du kannst in Wörterbüchern nachschlagen oder nach Synonymen suchen.

Wenn du eine Bibel hast, dann lass dich davon inspirieren, schlage Verse nach oder nutze eine Konkordanz, um den Begriffen eine geistliche, eine Glaubensebene zu geben.

Arbeite mit deiner Jahreswort-Liste. Streiche Kandidaten, wenn dir die tieferen Bedeutungen der Begriffe nicht passend erscheinen. Ändere Wörter oder Begriffe, wenn du auf etwas stößt, dass die Aussage noch besser auf den Punkt bringt.

Nach dieser Phase wird sich deine Liste schon deutlich verändert haben.

Das eine Wort auswählen

Du hast mittlerweile einige vielversprechende Kandidaten auf deiner Liste. Lass sie ein wenig nachklingen, bevor du dich entscheidest.

Es gibt diesen leicht antiquierten Ausspruch „etwas im Herzen bewegen“ (diese Redewendung stammt übrigens aus der Weihnachtsgeschichte). Ich mag diesen Ausdruck. Du trägst ein paar Gedanken mit der herum, nimmst dir etwas Zeit, um über sie nachzudenken, dich mit ihnen zu beschäftigen, ohne jedoch eine schnelle „Lösung“ herbeiführen zu wollen. Die Wörter werden dich für eine kleine Weile begleiter. Du kannst darüber meditieren, du kannst darüber beten.

Überlege, welche Auswirkungen es auf dein Leben hätte, wenn dieses oder jenes Wort dein Ratgeber würde.

Und dann entscheidest du dich. Für ein Wort.

Vielleicht leuchtet aus deiner Liste ein Wort ganz besonders hervor, vielleicht schwankst du zwischen zwei oder drei Wörtern. Entscheide dich trotzdem für eins.

Für alle Perfektionisten: Das ist keine Raketenwissenschaft. Du musst nicht das perfekte Wort finden und es ist auch keine Entscheidung fürs Leben. Dieses Wort soll dich nur durch dieses Jahr begleiten.

Wie geht es weiter?

Glückwunsch, du hast dein Jahreswort gefunden! Und was jetzt?

Sorge dafür, dass du es regelmäßig vor Augen hast und du dich selbst immer wieder daran erinnerst. Umgib dich damit. Schreib es auf das Cover deines Tagebuchs, auf deine Kaffeetasse, gestalte eine Karte für deinen Schreibtisch …

Mach das Wort zum Teil deiner Tagebuch-Routine

Das schönste Jahresmotto nutzt nichts, wenn es schon im Februar keine Rolle mehr spielt. Als Journaler und Tagebuchschreiber bist du hier klar im Vorteil.

Beziehe dein Wort einfach ins Tagebuchschreiben ein. Es soll schließlich eine Spur in diesem Jahr hinterlassen. Hier sind ein paar Ideen, wie das funktionieren kann:

  • Denke in Abständen immer mal wieder über dein Wort nach. Schreibe auf, was dir Neues aufgefallen ist oder was du dadurch über dich selbst gelernt hast.
  • Formuliere eine Journal-Frage, die du regelmäßig aufgreifen kannst, um zu schauen, was sich getan hat.
  • Schau dir deinen Alltag durch die Brille deines Wortes an. Wie passt das, was du erlebt hast, mit deinem Jahresmotto zusammen?
  • Sorge für eine wöchentliche Erinnerung oder schreibe regelmäßig kleine Wochenrückblicke, in denen du die Erfahrungen und Fortschritte mit deinem Wort festhälst.

Du brauchst keine lange Liste mit Dingen, die du im neuen Jahr verbessern solltest. Stell das Jahr unter ein Wort, das dich begleitet und als Persönlichkeit wachsen lässt. Und dann schau, was passiert.

Du hast dein Jahreswort gefunden? Teile es einfach in den Kommentaren und lass dich von dem inspirieren, was andere gewählt haben.

P.S. Du bist neugierig, wie mein Wort lautet? Im nächsten Newsletter verrate ich es dir.


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  1. Ich denke mein Wort ist "Kreativität". Meine Vision ist eigentlich schon recht klar und dennoch in großer Ferne. Ich hoffe, dass ich ihr 2021 ein ganzes Stück näher kommen kann.
    Die Idee mein Wort des Jahres nochmal zu visualisieren und mich damit zu umgeben, find ich klasse. Das werd ich ausprobieren. Danke für den Tipp.

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