Februar 12

Eine kleine Anleitung fürs Mutmachen

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Suchst du nach deiner Bestimmung, nach einer Vision für dein Leben? Vielleicht willst du dir große Ziele setzen oder etwas Entscheidendes bewegen? Das ist gut. Die Welt braucht Menschen, die etwas verändern und bewegen wollen. Sie braucht deine Talente, deine Begeisterung und deine Geschichte.

Aber bei all der Suche nach den “großen und bedeutsamen Dingen” kommt es mir manchmal so vor, als würden wir etwas Offensichtliches übersehen: die kleinen Gelegenheiten, um etwas zu verändern. Nach denen muss man nämlich gar nicht lange suchen, die begnen uns tagtäglich – ob wir wollen oder nicht.

Ich glaube, dass wir alle etwas Großes verändern können – und zwar durch viele kleine und unscheinbare Momente, in denen wir unscheinbare (aber wichtige!) Dinge tun: andere ermutigen zum Beispiel.

Mutmachen ist so wichtig. Und wird so oft unterschätzt. Nicht von denen, die ermutigt wurden, sondern von denen, die anderen Mut machen. „Ach, das ist doch nichts weiter“, lautet die typische Reaktion. Aber das ist nicht “nichts weiter”. Das macht so einen großen Unterschied!

Oft ist der Unterschied zwischen einer Idee oder einer Begabung, die verkümmert und einer, die aufblüht nur der: Es gab Menschen, die Mut gemacht haben.

Ermutigung sorgt dafür, dass du nicht aufgibst, dass du etwas versuchst (vielleicht zum 16. Mal). Dass du Herausforderungen anpackst und wieder aufstehst, wenn du hingefallen bist.

Das ist ein Plädoyer fürs Mutmachen. Mit Tipps, wie du das praktisch umsetzen kannst und wie du dir auch selbst einen Ermutigungsschatz zulegen kannst.

Warum Ermutigen eigentlich ganz einfach ist

„Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“ „Ich habe keine Idee, wie ich das anstellen kann.“ „Das kommt mir so gewollt vor.“
Manchmal machen wir es uns selbst schwerer, als es sein müsste. Ich verrate dir ein Geheimnis: Beim Mutmachen kommt es gar nicht so sehr auf die Worte an, die man wählt oder auf ausgefeilte Gesten.

Ermutigung ist im Kern eine Antwort auf zwei tiefe Sehnsüchte, die jeder Mensch hat: wahrgenommen werden und wertgeschätzt werden.

Wann immer du dir etwas Zeit nimmst, um jemanden wirklich wahrzunehmen, genauer hinzuschauen, ihm oder ihr aufmerksam zuzuhören und verstehen zu wollen – ist das wirklich ermutigend. Und wenn man genauer hinschaut, fallen einem automatisch Dinge auf, um die sich der andere bemüht, kleine Dinge, die getan werden, besondere Aufmerksamkeiten, die meistens unterhalb des Radars stattfinden. Ein persönliches „Ich sehe, wie du dich einbringst, welche Zeit, Energie und Überlegungen du investierst – und ich schätze das sehr“ kann unglaublich beflügeln.

Dabei kommt es weder auf Eloquenz und brilliante Formulierungen an, noch auf ein Übermaß an Kreativität. Man braucht nur ein bisschen Zeit, Aufmerksamkeit und muss eventuell auch mal die Blickrichtung anpassen.

Freundliche Worte sagen

Aber ja, so ganz ohne Worte funktioniert Mutmachen selten. Was uns wieder zu der Frage bringt: „Was soll ich denn sagen?“

Mit Danke und Lob hast du die Basics abgedeckt. Aber mach es ein bisschen persönlich. Danke sagt man auch an der Käsetheke, wenn man seinen Einkauf in Empfang nimmt – zumindest, wenn man die Grundregeln der Höflichkeit befolgt. Ein Danke, das ermutigt, baut eine Brücke von dir zu mir. Dann bedanke ich mich bei dir für etwas, was mir geholfen, mich berührt oder unterstützt hat. Und wie beim Schreiben gilt auch hier: Es darf konkret werden.

Lob ist ein bisschen komplizierter, oder? Wann hast du das letzte Mal jemanden gelobt, der älter als vier Jahre war? Ein „Fein gemacht“ kommt eher nicht so gut an – ein „Das war toll!“ geht aber immer. Wenn man Lob als ehrliches Kompliment sieht, wird es einfacher, finde ich. „So wie du mit der Situation umgegangen bist, das hat mich beeindruckt“, „Du bist so gut in xyz (geworden)“ und klassisch „Dein Vortrag/Kuchen/Einfall war richtig gut.“

Freundliche Worte schreiben

Die meisten geschriebenen Worte, die uns tagtäglich begegnen, wollen etwas von uns. Rechnungen im Briefkasten wollen bezahlt werden. Trolle im Internet wollen meine Empöfung. Clickbait-Überschriften wollen meine Aufmerksamkeit.

Wenn du Worte schreibst, die etwas verschenken, bist du wie eine Blume, die sich durch den Asphalt bohrt. Du machst die Welt an Orten schöner, an denen man das gar nicht unbedingt erwartet hätte.

Also schreibe Mutmachworte und schicke sie ins Land. Ein Danke per Postkarte. Ein Segenswort, das du weitergibst. Eine Haftnotiz, die einen schönen Tag wünscht. Ein “Das hast du gut gemacht“ oder „Das hat mich bewegt“ per Mail oder Textnachricht.

Mutmacher sammeln

Genauso schnell wie man Gelegenheiten zum Mutmachen übersieht, vergisst man auch, dass andere einem Mut gemacht haben. Gerade noch wurde dir ganz warm ums Herz, als du die E-Mail deiner Kollegin oder Kundin gelesen hast. Drei Stunden später hat eine Kritik dich alles vergessen lassen.

Sammle deine Mutmacher. Dann kannst du sie dir durchlesen, wenn du Aufwind brauchst.

Lege dir eine Rubrik in deinem Journal oder einem Notizbuch an, die du positivem Feedback widmest. Dort kannst du Lob aufschreiben, Komplimente, die du bekommen hast, du kannst Zettel oder Karten aufkleben. Auch eine hübsche Schachtel ist ein guter Sammelort.

Ich habe zum Beispiel in meinem Posteingang einen Ordner für digitale Mutmacher. Dort sammle ich E-Mails, die mich freuen und mir Aufwind geben.

Wenn dann Tage kommen, an denen man das Gefühl hat, es macht doch sowieso keinen Unterschied, was man so tut und worum man sich bemüht (und solche Tage kommen immer mal), überzeugt einen der eigenen Mutmachschatz davon, dass das Quatsch ist. Es macht einen Unterschied. Du machst einen.

99 Ideen fürs Mutmachen

Da mir das Thema so am Herzen liegt und du dir vielleicht sagst, „Worte sind ja schön und gut, ich hätte aber trotzdem gern ein paar kreative und unkomplizierte Ideen fürs Mutmachen“, habe ich da etwas vorbereitet:

Ich habe 99 Ideen aufgeschrieben und daraus ist ein Büchlein geworden. Sehr liebevoll gestaltet und mit dem Ziel, dass du dir die Ideen herauspickst, die dich gerade ansprechen oder dich einfach ein bisschen inspirieren lässt.

Hier kannst du das Buch bestellen. Der Buchhändler deines Vertrauens besorgt es dir aber genauso schnell und zuverlässig, wenn er es nicht vorrätig hat (dann mache ihn oder sie doch gleich darauf aufmerksam …).


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